Dienstag, 30. Juni 2009

Transparenz der Persönlichkeit

Nachdem ich seit frühem Kindesalter an einer Sehschwäche leide, trage ich seit nunmehr 26 Jahren eine Brille. Die Erfahrungen mit Brillen, die ich in dieser langen Zeit gemacht habe, waren sehr unterschiedlich. In der Schule empfand ich Scham, im Gymnasium spielte ich den Intelligenten und heute ist meine Brille nur mehr ein Accessoire, das auf meine Nase sitzt.

Obwohl ich ohne sie verloren wäre, ist eine Brille für mein Auftreten unnötiger denn je. Genau aus diesem Grund überlege ich, auf Kontaktlinsen umzusteigen. Natürlich würde die Umstellung anfangs einige Komplikationen mit sich bringen, allerdings möchte ich an mir etwas Entscheidendes verändern. Ich hoffe richtig zu liegen, wenn ich meine Brille „auf den Nagel Hänge“ und meine Augen zukünftig mit Linsen ausstatte. Nehme ich jetzt meine Brille für einige Zeit ab, wird sogar Freunden mein Gesicht fremd. Genau das möchte ich aber verhindern.

Ich will, dass mich die Menschen in meinem persönlichen Umfeld so sehen, wie ich wirklich bin. Hinter einer Brille kann man sich auch verstecken. Ich denke, dass ich das bis jetzt nicht getan habe. Sicher bin ich mir jedoch in dem Punkt, dass ich es erst gar nicht so weit kommen lassen möchte, mich vor etwas hinter meinen Gläsern verstecken zu müssen.